19. Sep, 2016

Freizeit? Gibt es auch, aber - lesen Sie selbst

Nach langem Zögern, längerem Zureden von Freunden und Bekannten, will ich einen kleinen Einblick in eine meiner freizeitlichen Tätigkeiten geben.

Ich habe lange gezögert, weil ich denke, Freizeit ist etwas Persönliches. Nun, ich werde versuchen, in Kürze eine meiner wichtigeren Tätigkeiten zu skizzieren.

Seit Jänner 2002 bin ich in einem Wohnheim für Asylwerber in meinem Beruf als Heilmasseur ehrenamtlich tätig.

Wieso Flüchtlinge? Wieso ehrenamtlich - heisst gratis? Ein Reizthema, welches heutzutage nicht einfach zu behandeln ist. Ganz klar.

Ich sehe das aber nicht so eng. Diese Menschen haben durch Flucht, Vertreibung und Kriegsgeschehen alles verloren, was ihnen wichtig war - Familie, Wurzeln, Sicherheit. Was geblieben ist, ist meistens nur ihr Leben. Und das ist schwer genug, Viele haben durch diese Erlebnisse schwere Wunden an Leib und Seele erlitten, welche nicht oder nur ungenügend behandelt wurden bzw. werden. Querschnittlähmung durch ein in der Wirbelsäule steckendes Projektil, Krebs, Depressionen sind nur einige wenige Leiden, welche mir dort begegnen, welche ich "unter meine Hände" bekomme.

Und da sind wir schon bei einer Antwort, wieso ich sowas überhaupt mache. Neben der Dankbarkeit und Freude, welche ich durch diese Arbeit zurückbekomme, ist es sicher auch eine "Win-Win-Situation". Die Patienten und Patientinnen bekommen also ein Stück Gesundheit, Hilfe und Schmerzfreiheit, ich wiederum neben dem oben Angeführten auch eine Chance, solche schweren und mittelschweren Krankheitsbilder zu behandeln. Nicht unwichtig für mich und meine Weiterentwicklung als Heilmasseur. Daher kann ich nur allen in diesem  und ähnlichen Berufen Tätigen empfehlen, sich dieser Herausforderung zu stellen! Man kann sehr vieles daraus lernen!