10. Nov, 2016

Manuelle Lymphdrainage bei Krebserkrankung?

In praktisch jedem Buch, welches über die Therapieform "manuelle Lymphdrainage/komplexe physikalische Entstauung" geschrieben wurde, lese ich immer wieder, das für eine Krebserkrankung eine (zumindestens als "realtive" bezeichnete) Kontraindikation besteht.

Seit einiger Zeit aber wird geforscht, ob das auch wirklich nötig ist und wirklich stimmt.

Ausser Streit steht, so denke ich, eine ML/KPE für Krebserkrankte, welche nur mehr als "finale Palliativbehandlung" bezeichnet und behandelt werden müssen - um die geht es hier aber nicht. Sondern schlicht und einfach um Personen, welche an einem Krebsgeschehen erkrankt sind, bei welchen sich durch Operationen, Chemo- oder anderer Therapien eventuell auch ein Ödem gebildet hat. Da gehen jetzt auf einmal die Meinungen von Wissenschaftern auseinander und ich finde es spannend, das diese Frage disskutiert wird, denn ich habe mich schon seit Beginn meiner Ausbildung immer wieder ganz genau die selbe Frage gestellt.

"Ist es wirklich kontraproduktiv eine ML bei einem Krebsgeschehen zu machen?" - Zum einen  ist die Lehrmeinung, dass durch diese Therapie die Möglichkeit besteht, dass sich Krebszellen  im gesammten Körper verteilen. Zum anderen aber besteht jetzt die Theorie, dass durch genau diese Therapie die Krebszellen vom Ort des Geschehens zu gesunden Lymphknoten (ein erwachsener Mensch hat bis zu 700 solcher Knoten im Körper) transportiert werden, welche in diesen vernichtet werden (können). Und um genau dieses unscheinbare Wörtchen "können" geht es bei dieser Diskussion. - "kann" oder "tut" es? Ich bin gespannt auf Antworten!