27. Mai, 2017

Ödeme natürlich behandeln

Ödeme sind, meistens bedingt durch Verletzungen, Operationen oder Krankheiten teilweise schmerzhafte Wassereinlagerungen in unserem Körper.

Wer unter diesen Gewebswassereinlagerungen leidet, der weist ein Ungleichgewicht in seinem Körper auf – der Wasserhaushalt, die Entstehung sowie der Abfluss des Gewebswassers muss wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. 

 

Was sind Ödeme/Wassereinlagerungen?

Wassereinlagerungen entstehen, einfach gesagt, wenn das Gleichgewicht zwischen Austritt dieses Gewebswassers und dem Abtransport über das Lymphsystem gestört ist. Meistens sind davon Gesicht, Hände und Beine betroffen.

Unser Körper reagiert aus folgenden Gründen: 

Es besteht ein Eiweißmangel

Es besteht ein erhöhter Druck in den Blutgefäßen

Die Durchlässigkeit der Zellwände ist erhöht 

Störung des Lymphabflusses

Ständiges Stehen oder andauerndes Sitzen, Hitze oder ein erhöhter Verzehr von Kohlenhydraten sind weitere Gründe für Einlagerungen. Die Einnahme von Medikamenten kann Ödeme ebenfalls begünstigen – vor allem  Cortison, Calciumantagonisten oder Antidepressiva sind hierfür verantwortlich. 

Wer über einen längeren Zeitraum unter Wassereinlagerungen leidet, der sollte umgehend einen Arzt aufsuchen, da vermehrte Ansammlungen von Wasser auch auf unterschiedliche Krankheiten hinweisen können:

Störung des Venenabflusses

Herz- und Niereninsuffizienz

Leberzirrhose

Bluteiweiß ist (warum auch immer) niedrig

u.v.a.

Ödeme natürlich behandeln - 7 Tipps

1. Kohlenhydrate reduzieren

Oft sind große Mengen an Kohlenhydraten aus Getreideerzeugnissen, Zucker und Limonade für mehr Wasser im Körper verantwortlich. Nach einem hartem Arbeitstag essen viele Personen üppige Portionen an Kohlenhydrate – in Form von Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Haferflocken. Da Kohlenhydrate unsere geleerten Glykogenspeicher auffüllen und Glykogen an Wasser gebunden ist, wird dadurch auch viel Wasser in unserem Körper eingelagert.

Wer Wassereinlagerungen reduzieren möchte, der sollte weniger Kohlenhydrate in Form von Brot, Pasta, Reis, Kartoffeln, Zucker und Süßwaren zuführen. Obst und Gemüse enthalten ebenso Kohlenhydrate, aber wirken sich nicht so drastisch auf unseren Körper aus.

2. Salz  

Mit Salz sparsam umgehen – das bedeutet eine Menge von maximal 6-10g pro Tag sollen nicht überschritten werden. Dabei sollte man nicht nur die Portion an Salz berechnen, die man beim Kochen verwendet, sondern ebenfalls das Salz  in fertigen Produkten berücksichtigen.

Faustregel: 1g Salz bindet 100 g Wasser

Für Sportler (+10 Stunden pro Woche) gilt eine Mengen von 15-20g, da über den Schweiß vermehrt Mineralstoffe (z.b. Natrium) ausgeschieden werden.

3. Wasser trinken

Wer hätte das gedacht – Wer Wasser aus seinem Körper spülen möchte, der muss mehr Wasser aufnehmen! Damit überschüssiges Wasser aus dem Körper befördert wird, muss mehr getrunken werden. Nicht nur für Wassereinlagerungen äußerst vorteilhaft, sondern auch für wichtige Funktionen im Körper, für die Haut und für unsere Haare.

4. Vitamine & Mineralstoffe

Vitamine und Mineralstoffe sind nicht nur wichtig für unsere Gesundheit und Gesamtwohlbefinden, sondern können auch Wasseransammlungen reduzieren. Vor allem Kalium, Magnesium und auch Vitamin B6 sind Wunderwaffen im Kampf gegen Ödeme.

Große Mengen an Kalium befinden sich in Karotten, Beeren, Spinat, Rindfleisch, Nüssen, Bananen, Kohlrabi, Marillen, Avocado, Melanzani, Apfelessig, Löwenzahn, Pilzen und Kürbis.

Magnesiumquellen sind Brennnessel, Sesam, Mohn, Kakao (ohne Zucker), Banane, Quinoa und Kürbiskerne.

Huhn, Schweinefleisch, Banane, Nüsse und Kohlgemüse sind gute Quellen für Vitamin B6.

5. Milch und Milchprodukte

Milch und Milchprodukte können auch für Wassereinlagerungen und Cellulite verantwortlich gemacht werden. Das Milcheiweiß, welches wir mittels Nahrung zuführen kann nicht optimal von unseren Zellen aufgenommen werden – daher sollten Milch und Milchprodukte bei Ansammlungen von Wasser stark reduziert werden.

6. Sport

Das Sportprogramm sollte bei Ödemen nicht vernachlässigt werden! Eine Kombination aus Ausdauer- und Kraftsport ist hier ratsam. Warum? Bei sportlicher Betätigung werden die Lymphe und Venen aktiviert und der Rückfluss des angestauten Wassers wird wieder angeregt. Ebenso können wir empfehlen:

Treppe anstatt Lift

Öfters auch auf das Auto verzichten

Mehrmals pro Tag aufstehe und sich bewegen (vor allem bei sitzenden Tätigkeiten) Morgengymnastik

sowie Aqua-Gymnastik und Schwimmen in nicht zu warmen Wasser (vorsicht bei einem Besuch einer Therme!)

 7. Wechselduschen und manuelle Lymphdrainagen

Wechselduschen können Wunder vollbringen – z.B.  10 Sekunden warm bis heiß  und anschließend für 10 Sekunden kalt duschen. Diesen Vorgang 3x wiederholen und das mehrmals pro Woche.

Natürlich, und das zuletzt, ist ein Besuch beim lymphtherapiekundigen Heilmasseur oder Physiotherapeuten ihres Vertrauens wichtig.Davor aber unbedingt und natürlich einen Arzt aufsuchen. So ein Besuch hilft dabei sehr, die Probleme zumindest zu lindern, wenn nicht sogar in den Griff zu bekommen und diese zu beseitigen!