18. Mrz, 2018

Kleine Geschichte der Lymphdrainage

Von Hyppokrates bis zum heutigen Tag

Das Wissen über das Lymphsystem geht bis ungefähr 2400 Jahre zurück, auf den griechischen Arzt Hippokrates. Er wusste bereits, dass unser Körper ein Gefäßsystem mit einer durchsichtigen Flüssigkeit besitzt. Danach ist viel Zeit ins Land gegangen, bis endlich im 17. Jahrhundert weitere Meilensteine in der Erforschung des Lymphsystems erreicht wurden: 1622 wies der Italiener Gaspare Aselli beim Hund Lymphgefäße nach, Jean Pecquet aus Frankreich entdeckte die Bauchzisterne und den Milchbrustgang und der Däne Thomas Bartholin beschrieb erstmals das Lymphgefäßsystem und führte den Begriff „Lympha“ ein (= klares Wasser, vom lateinischen limpidus = klar).

Das Lymphsystem in der künstlerischen Darstellung 

Mehr als die Hälfte aller Lymphgefäße entdeckte und dokumentierte der Italiener Paulo Mascagni (1752 - 1815): Er schuf ein Werk mit 41 kolorierten Kupferstichen über das menschliche Lymphsystem, die als wahre Meisterwerke gelten.

Goethes Freund Professor Justus Christian von Loder beschrieb und zeichnete das Lymphsystem in einer Form, die heute noch weitestgehend Gültigkeit besitzt. Ihm ist auch die Entdeckung der feinen Lymphbahnen in der Unterhaut zu verdanken, die als Ausweichgefäße fungieren. Sie sind eine entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren der Manuellen Lymphdrainage.

Entwicklung der Manuellen Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage wird heute immer mehr als wirksame Therapieform bei Lymphödemen akzeptiert. Unter einem Lymphödem versteht man dabei eine Lymphansammlung im Gewebe durch Behinderung des Lymphabflusses oder verursacht durch eine Überlastung der Lymphgefäße.

Die Art der manuellen Therapie geht auf den dänischen Physiotherapeuten, Biologen und Philologen Dr. Emil Vodder (1897 - 1985) zurück. Bei seiner Tätigkeit als Masseur stellte er fest, dass bei Nasennebenhöhlenentzündungen und Akne kreisende Bewegungen im Gesicht hilfreich waren. Das war der Grundstein für die gemeinsam mit seiner Frau entwickelte Methode der Manuellen Lymphdrainage nach Vodder.

Anerkennung durch die akademische Medizin

Erst durch die Zusammenarbeit von Dr. Vodder mit dem deutschen Arzt Dr. Johannes Asdonk (1910 - 2003) gelang die medizinische Anerkennung dieser Methode, die seither bei den verschiedensten Beschwerden angewandt wird: Lymphödemen, stauungsbedingten Schmerzen, Gewebeentschlackung, Sportverletzungen, Hauterkrankungen oder im Bereich Kosmetik.

Während der Zusammenarbeit von Asdonk und dem ungarischen Arzt Prof. Dr. Michael Földi in der ersten lymphologischen Fachklinik im Schwarzwald entstand die „Komplexe Physikalische Entstauungstherapie“ zur Behandlung von Lymphödemen. Sie setzt sich aus 6 Komponenten zusammen, nämlich Hautpflege, Manuelle Lymphdrainage, Kompression, Bewegung, Ernährung und Motivation.


Literaturquelle:
Die Geschichte der Lymphologie Teil 1. LymphoOpt Magazin für Lymphe, Venen, Gesundheit und mehr. Nr.5, Ausgabe Winter 2004/05