22. Jun, 2022

Sommer mit Lymphödem - 10 Survival-Tipps

Die ersten warmen Tage sind da. Lymphödem-Betroffene brechen mit Beginn der warmen Zeit des Jahres nicht in Jubelschreie aus. Die Hitze zeigt meist unangenehme Nebenwirkungen an den Ödemen. Im Sommer arbeitet das Lymphsystem wärmebedingt schlechter. Natürlich muss man viel trinken. Das ist kein Geheimnis. Aber wie hält man es auch bei Temperaturen über 25°C in Kompressionsstrümpfen aus? Und wie schafft man es, dass sich das Lymphödem nicht noch mehr verschlechtert.

Tipp 1:

Kompressionsstrümpfe trotz Hitze immer tragen! Steigen die Temperaturen über 20°C möchte man am liebsten alle Strümpfe ausziehen und schnell in Rock oder kurzer Hose und Sandalen schlüpfen. Leider geht das mit Lymphödem nicht so einfach. Gerade bei steigenden Temperaturen ist es aber sehr wichtig, Kompressionsstrümpfe bzw. Kompressionshosen zu tragen, denn der Körper bildet, durch die Wäme bedingt, vermehrt Lymphe, ähnlich wie bei starker körperlicher Belastung. Der konstante Druck der Kompressionskleidung verhindert dabei, dass die betroffene Körperregion übermäßig anschwillt.

Tipp 2:

Kompressionsstrümpfe bzw. -hose immer wieder mit Wasser einsprühen. Einfach eine Pflanzensprühflaschen dafür adaptieren. Der beste Ort für die Aufbewahrung ist im Kühlschrank, sowohl zu Hause als auch, wenn möglich, bei der Arbeit. Bei langen Autofahrten nimmt man einfach diese Sprühflasche mit. Kalte Sprühstöße ins Gesicht sind bei hohen Temperaturen übrigens bei der ganzen Familie beliebt.

Tipp 3:

Beine hochlegen. Dies ist eine Empfehlung für alle Lymphödem-Beine, unabhängig von der Temperatur. Wo immer es möglich ist, beim Sitzen die Beine hochlegen, um ein Absacken der Lymphe und Beinschwellungen zu verhindern. Grundsätzlich gilt: Besser liegen und gehen statt sitzen und stehen.

Tipp 4:

Beine nachts eventuell wickeln. Auch wenn es gerade an heißen Sommertagen noch so schrecklich erscheint, ist das Bandagieren der Beine zur Nacht eine Maßnahme, um die Schwellung zu begrenzen und Fibrosierungen zu lockern.. Das Gewebe wird viel lockerer und Verschlechterungen nach starken und ungewohnten Belastungen kann man relativ schnell ausgleichen. Da sich im Sommer die lymphpflichtige Last erhöht, ist dies eine gute Möglichkeit, die Schwellung zu mindern. Wichtig ist aber, nachts nicht so stark zu wickeln wie tagsüber.

Tipp 5:

Bandagematerial/ Kompressionsstrümpfe eine halbe Stunde vor dem Wickeln/ Tragen in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach legen. Ausprobieren, welche Temperatur am besten gefällt.

Tipp 6:

Beine in feuchte Tücher einwickeln. So kann man die heißesten Tage eines Urlaubs im sonnigen Süden gut überstehen. Nasse Handtücher um Bein (oder Arm) (mit Kompressionsstrümpfen) wickeln und zusehen, wie Tücher und Strümpfe wieder trocknen. Das ist wunderbar erfrischend und die Schwellung der Beine halten sich in Grenzen.

Tipp 7:

Hautcreme in den Kühlschrank stellen. Alle Lymphödem-Betroffenen wissen, dass eine gut gepflegte Haut Krankheitskomplikationen vermeiden kann. Das tägliche Eincremen des Ödemes muss man aber lernen. Wer sich bei großer Hitze nicht gern eincremt, wird diesen Tipp lieben. Die Lotion aus dem Kühlschrank verschafft eine wunderbare Kühlung.

Tipp 8:

Ventilator anstellen.. Frischer Wind trotz brütender Hitze – Daumen hoch!

Tipp 9:

Bewegung. Für den Abtransport der Lymphe ist Bewegung auch und gerade im Sommer unerlässlich und wichtig. Bewegung hält das Lymphsystem in Schwung und es gibt ein paar Sportarten, die auch bei hohen Temperaturen erträglich sind. Allen voran Schwimmen oder Aqua Jogging. In den Morgenstunden oder abends sind Nordic Walking oder Spaziergänge eine Alternative zu den Wassersportarten. Aber auch Radfahren ist geeignet.

Tipp 10:

Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Mit Kompressionsstrümpfen ist gegen die Bewegung im Freien auch an sonnigen Tagen nichts einzuwenden. Sonnenbrände nach Strand- oder Freibadbesuchen sollten natürlich unbedingt vermieden werden. Hier unbedingt schattige Orte aufsuchen.