Aktzelle Therpapiekonzepte beim Mekelzell-Karzinom

Das Merkelzellkarzinom (MCC) stellt eine seltene Entität in der Gruppe der malignen Hauttumoren dar. Der genaue Pathomechanismus ist weitgehend ungeklärt. In etwa 80% der Fälle ist das MCC mit dem Merkelzell-Polyomavirus (MCPyV) assoziiert. Als Risikofaktoren für die Entstehung eines MCC gelten ein hohes Alter, hohe UV-Exposition und eine Immunsuppression, insbesondere wie bei einer HIV-Infektion. Aufgrund des schnellen Tumorwachstums und der frühen Metastasierung stellt das MCC einen äußert aggressiven Hauttumor dar, der im fortgeschrittenen Stadium häufig letal verläuft. Die Primärtherapie des MCC besteht aus der kompletten Exzision, Herstellung eines adäquaten Sicherheitsabstands und einer adjuvanten Strahlentherapie. Im fernmetastasierten Stadium galt die Chemotherapie lange als einzige Therapieoption, die jedoch mit einer schnellen Rückfallquote und Resistenzbildung einhergeht. Die Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) haben die onkologische Therapie revolutioniert und stehen nun als Firstline-Therapie beim fernmetastasierten MCC zur Verfügung. Der PD-L1-Inhibitor Avelumab ist bisher der einzige ICI, der für das inoperable/metastasierte MCC in Deutschland zugelassen ist.

Epidemiologie

Die Inzidenz des MCC ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen und unterscheidet sich geographisch deutlich. Aktuell beträgt sie in Europa ungefähr 3/1.000.000 pro Jahr. In Australien liegt die MCC-Inzidenz 5x höher als in den europäischen Ländern. Das MCC kommt v.a. bei älteren Menschen vor. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 70 und 80 Jahren. Insgesamt sind Männer häufiger von der Erkrankung betroffen. Einen weiteren Risikofaktor stellt ein heller Hauttyp (nach Fitzpatrick Typ I und II) dar.

Klinik

Das MCC stellt sich klinisch als rötlicher Knoten mit einer glatten Oberfläche dar. Der Tumorknoten ist meistens asymptomatisch, nicht ulzeriert und schmerzlos. Ein schnelles Tumorwachstum mit einer hohen Proliferation ist typisch für das MCC. Die Tumorerkrankung tritt am häufigsten in den UV-exponierten Arealen (Kopf-, Hals-Bereich, Extremitäten) auf. In etwa 5% der Fälle kann kein Primarius entdeckt werden, da das MCC auch ein regressives Verhalten zeigen kann und auch Spontanremissionen beschrieben worden sind. Stammnahe oder mukosale Tumoren sind dagegen eher seltener anzutreffen. Makroskopisch kann ein MCC von einem kutanen B-Zell-Lymphom, nodulären amelanotischen malignen Melanom, nodulären Basalzellkarzinom oder einer kutanen Metastase nur schwer differenziert werden.

Diagnostik

Zur diagnostischen Sicherung ist eine histologische Untersuchung inklusive spezieller Immunhistochemie essenziell. Histomorphologisch können die 3 Subtypen trabekulär, kleinzellig oder intermediär unterschieden werden. Die histologische Sicherung erfolgt bevorzugt durch eine komplette Exzision, kann jedoch bei kritischen Lokalisationen oder in uneindeutigen Situationen durch eine Probebiopsie erfolgen. Immunhis­tochemisch ist das MCC durch eine Positivität auf Zytokeratin 20 (CK20), Neuron-Spezifische Enolase (NSE) und Chromogranin A (CgA) gekennzeichnet. Zur Abgrenzung von Differenzialdiagnosen werden in der Routinediagnostik noch weitere immunhistochemische Marker eingesetzt, da in seltenen Fällen ein CK20-negatives MCC vorliegen kann. Hierbei werden u.a. die Marker HIP1, Vimentin, S100B, LCA und TTF-1 eingesetzt. Das schnelle Tumorwachstum mit hoher Proliferationsrate kann bei der Diagnosestellung und zur Differenzierung von anderen Hauttumorerkrankungen weiterhelfen. Serologisch können erhöhte Werte für NSE und CgA vorgefunden werden, da das MCC eine partielle neuroendokrine Differenzierung zeigt. Der prognostische Wert der beiden Maker ist allerdings bisher noch nicht ausreichend belegt worden.

Nach Diagnosestellung ist eine initiale Ausbreitungsdiagnostik einschließlich Schnittbildgebung unabdingbar. Da bei Erstdiagnose bei ca. 30% der Patient:innen bereits eine Mikrometas­tasierung vorliegt, soll eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie (SLNB) durchgeführt werden.

Die Stadieneinteilung des MCC erfolgt aktuell gemäß der 8. Ausgabe nach AJCC (American Joint Committee on Cancer). Für die Klassifizierung sind der Tumordurchmesser, die Infiltration von tieferliegendem Gewebe (Faszien, Muskeln, Knorpel oder Knochen), das Vorliegen einer lymphogenen Metastasierung und einer Fernmetastasierung entscheidend.

Therapie

Operative Therapie

Als Primärtherapie gilt beim MCC wie bei anderen Hauttumoren weiterhin die vollständige Exzision des Tumors. Im Anschluss wird eine Herstellung eines Sicherheitsabstands im gesunden Gewebe empfohlen. Die Größe des Sicher­abstands richtet sich nach dem maximalen Tumordurchmesser sowie bei kritischen Lokalisationen nach den anatomischen Gegebenheiten. Als kritische Lokalisationen zählen u.a. nasale oder periokuläre Lokalisationen. Bei Tumoren mit einem maximalen Durchmesser unter 2 cm (Stadium I) wird ein Sicherheitsabstand von 1 cm und bei einem Durchmesser von über 2 cm (Stadium II) ein Sicherheitsabstand von 2 cm angeraten. In früheren Empfehlungen waren auch größere Sicherheitsabstände propagiert worden, was heute jedoch nicht mehr angewendet werden sollte.

Falls bei Erstdiagnose bereits klinisch oder apparativ detektierbare Lymphknoten- oder Fernmetastasen auffallen, wird auf eine SLNB verzichtet. Insbesondere im Kopf-Hals-Bereich kann eine funktionelle neck dissection einer herkömmlichen SLNB überlegen sein, da die Falsch-negativ-Rate hoch ist und das Auffinden des Sentinel-Lymphknoten erschwert sein kann. Im Falle einer Lymphknotenmetastasierung wird eine komplette Lymphknoten-Dissektion der betroffenen Region empfohlen. Im frühen Erkrankungsstadium ist das Therapieziel häufig kurativ.

Strahlentherapie

Aufgrund des hohen Risikos eines Rezidivs insbesondere innerhalb der ersten beiden Jahre nimmt die adjuvante Strahlentherapie einen hohen Stellenwert ein. Es wird nach der kompletten Exzision des Primärtumors eine adjuvante Strahlentherapie mit einer Gesamtdosis von 50 Gy empfohlen. Als strahlensensibler Tumor zeigt das MCC ein gutes Ansprechen auf eine Strahlentherapie. Die Gesamtdosis kann in bestimmten Fällen erhöht werden. Die Einzeldosis beträgt 2 Gy und sollte 5x wöchentlich erfolgen. Das Bestrahlungsfeld sollte das Tumorbett und einen Sicherheitssaum inkludieren. Der angewendete Sicherheitssaum schwankt stark zwischen 1 und 5 cm. Die Lymphabflussregion sollte ebenso mit einbezogen werden. In prognostisch günstigen Situationen kann auf eine adjuvante Bestrahlung verzichtet werden.

Als prognostisch günstig gelten
•    ein kleiner Tumordurchmesser von unter 1 cm,
•    keine Lymphinfiltration,
•    keine Immunsuppression,
•    Primarius außerhalb vom Kopf-Hals-Bereich und
•    ein hoher Sicherheitsabstand.

Die therapeutische Strahlentherapie stellt bei Inoperabilität des Primarius eine Therapieoption zur Krankheitskontrolle dar. Nach Abschluss der Primärtherapie sollte die engmaschige Nachsorge erfolgen, um ein Frührezidiv möglichst früh erkennen zu können. Im Falle eines Lokalrezidivs ist eine komplette chirurgische Exzision anzustreben. Außerdem können Methoden wie die Elektrochemotherapie mit Bleomycin, Radiatio oder Talimogen laherparepvec (T-VEC) zur lokalen Krankheitskontrolle eingesetzt werden.

Multimodales Konzept im fernmetastasierten Stadium

Ein multimodales Konzept wird im fernmetastasierten Stadium angestrebt, das chirurgische Interventionen, Radiatio, psychoonkologische Anbindung und systemische Therapien beinhalten kann. In den letzten Jahren ist die Immuntherapie als Erstlinientherapie immer weiter in den Vordergrund geraten. Die Expression viraler Antigene (MCPyV) und die hohe Mutationslast bei MCPyV-negativen MCC begründen die Rationale für den Einsatz der ICIs bei MCC-Patient:innen.

Immuntherapie

Der PD-L1-Inhibitor Avelumab ist bisher der einzige ICI, der gegen das metastasierte MCC in Deutschland zugelassen ist. In einer Phase-II-Studie wurde Avelumab bei Patient:innen untersucht, die bereits mindestens eine chemotherapeutische Vorbehandlung erhalten hatten. Es wurde bei 88 Patient:innen eine objektive Ansprechrate von 33% beobachtet, wobei die mediane Dauer des Ansprechens 40,5 Monate betrug. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 2,7 Monaten. Das mediane Gesamt­überleben betrug 12,6 Monate, wobei die Gesamtüberlebensrate bei 31% lag. Die Studie wurde nachfolgend mit Avelumab in der Erstlinientherapie durchgeführt. Von 116 mit Avelumab behandelten Patient:innen sprachen 35 Patient:innen über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten an, was einer dauerhaften Ansprechrate von 30,2% entspricht. Die objektive Ansprechrate betrug knapp 40% mit einem medianen progressionsfreien Überleben von 4,1 Monaten.

Auch die PD-1-Inhibitoren Pembrolizumab und Nivolumab, die beim malignen Melanom zugelassen sind, stellen im fortgeschrittenen Stadium eine Therapieoption dar. In prospektiven Studien zeigten die beiden Antikörper gegenüber dem PD-L1-Inhibitor Avelumab eine erhöhte objektive Ansprechrate, sodass ein Einsatz von PD-1-Inhibitoren beim MCC sinnvoll sein kann.

Bei Therapieversagen kann ein Therapieversuch mit einer Kombinations­immuntherapie aus Nivolumab und dem CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab in Erwägung gezogen werden. Die Erfahrung in Bezug auf eine Kombinations­immuntherapie beim MCC sind jedoch sehr begrenzt und beruhen auf vereinzelten Fallberichten. Dennoch haben auch die ICIs eine große Spannweite an Nebenwirkungen, die eine engmaschige Anbindung der Patient:innen voraussetzt. Alle genannten Studien zu ICIs beim MCC zeichneten sich dadurch aus, dass ein klinisches Ansprechen unabhängig vom Virusstatus und der PD-L1-Expression beobachtet wurde. Obwohl auch bei hoher Tumorlast ein Ansprechen möglich ist, erweist sich der frühzeitige Einsatz der ICIs bei geringer Tumorlast in allen genannten Studien als günstiger. Es gibt einige Patient:innen, die kein Therapieansprechen auf ICIs zeigen. Mögliche Prädiktoren für ein Ansprechen auf ICIs sind Gegenstand der aktuellen Forschung (8). Aufgrund der hohen Aktivität der ICIs im metastasierten MCC-Stadium werden sie derzeit auch in der adjuvanten Therapie getes­tet. Bezüglich der adjuvanten PD-1/PD-L1-Blockade gilt es, die Ergebnisse der prospektiv randomisierten Studien abzuwarten.

Folgetherapien

Bei Progress unter ICI oder Kontraindikation gegenüber ICIs soll der Einsatz einer Chemotherapie überprüft werden. Ein standardisiertes Chemotherapieschema gibt es für das MCC nicht. Aufgrund der histomorphologischen Ähnlichkeit des MCC zum kleinzelligen Bronchialkarzinom orientieren sich die Therapieprotokolle (Anthrazykline, Etoposid, Platinderivate etc.) nach diesem. Bei einem in­operablen MCC kann der Einsatz einer Systemtherapie ebenfalls sinnvoll sein. Auch hier sollte ein multimodales Konzept individuell in einer interdisziplinären Tumorkonferenz erarbeitet werden, das die Komorbiditäten, Wünsche der Patientin/des Patienten und das Alter berücksichtigt. Insgesamt erscheint im Vergleich von Ansprechraten, Ansprechdauer, Überlebenszeiten und Verträglichkeit die Behandlung mit ICIs als die am ehesten empfehlenswerte Systemtherapie des inoperablen fortgeschrittenen/metastasierten MCC, als Zweitlinientherapie können weiterhin Zytostatika oder andere Therapieformen in Betracht gezogen werden.

Nachsorge

Innerhalb der ersten 2 Jahre wird eine vierteljährliche Nachsorge empfohlen. Ab dem 3. Jahr kann dies auf eine halbjährliche Nachsorge verlängert werden. Ein etabliertes Nachsorgeschema gibt es jedoch nicht. In den Hauttumorzentren werden die Patient:innen mit ICI-Therapie zunächst alle 3 Monate mit apparativer Diagnostik untersucht. Als bildgebende Diagnostik kann ein 18FDG-PET/CT oder eine Kombination aus Sonographie der Lymphknoten, CT Thorax/Abdomen und MRT Schädel erfolgen. Aufgrund der Verfügbarkeit wird letztere im klinischen Alltag häufiger eingesetzt.

Prognose

Die Prognose der MCC-Patient:innen hängt primär vom Stadium der Erkrankung ab. Mit zunehmendem Erkrankungsstadium wird die Prognose deutlich ungünstiger. Die 5-Jahres-Überlebensrate lag in einer epidemiolo­gischen Studie zwischen 1985 und 2013 bei nur 50% (9). Durch die Einführung der ICIs hat sich die Prognose der Patient:innen erheblich verbessert. Die Tumorlast und die Lokalisation der Fernmetas­tasen beeinflussen ebenfalls die Prognose der Patient:innen erheblich.

Die prognostische Aussagekraft zwischen den unterschiedlichen Subtypen trabekuläres, kleinzelliges oder intermediäres MCC ist unklar. In einigen Studien stellt sich das kleinzellige MCC mit einer schlechteren Prognose dar (10). In einer neuen Studie zeigte sich bei MCC-Patient:innen eine gute prognostische Fähigkeit des blutbasierten Biomarkers Pan-Immun-Inflammation Wert (PIV). Weiterhin korrelieren zirkulierende Tumorzellen im Blut und die serologische Höhe der zellfreien microRNA miR-375 mit der MCC-Tumorlast. Beide Methoden sind jedoch in der klinischen Routine noch nicht etabliert.

Zusammenfassung & Ausblick

Eine leitliniengerechte Behandlung mit kompletter chirurgischer Exzision, adäquatem Sicherheitsabstand, diagnostischer SLNB und nachfolgender adjuvanter Strahlentherapie nimmt bei Erstdiagnose einen hohen prognostischen Stellenwert ein. Die Erarbeitung eines multimodalen patientenzentrierten Konzepts im Tumorboard sollte als Standard gelten. In erster Linie soll das metastasierte MCC mit ICIs behandelt werden, wobei prädiktive Biomarker noch ausstehen, die das Ansprechen auf ICIs vorhersagen können. Es ist denkbar, dass zukünftig – ähnlich wie beim malignen Melanom – ICIs bereits in früheren Stadien als adjuvante Therapie eingesetzt werden. Diesbezüglich sind die Ergebnisse der prospektiven Studien abzuwarten.

Es besteht kein Interessenkonflikt für NAR.
TG hat unabhängig vom vorliegenden Artikel Referenten/Berater-Honorare von BMS, Sanofi Genzyme, MSD, Novartis, Roche, AbbVie, Almirall, Janssen, Lilly, Pfizer, Pierre Fabre, Merck-Serono erhalten.
 

 
Nessr Abu Rached
Assistenzarzt

Hauttumorzentrum Ruhr-Universität, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstraße 56
44791 Bochum

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Prof. Dr. med. Thilo Gambichler
Leiter

Hauttumorzentrum Ruhr-Universität, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Ruhr-Universität Bochum

Gudrunstraße 56
44791 Bochum
Tel.: 0234/5093420
E-Mail: thilo.gambichler[at]kklbo.de
 

Sonnenstudiorisiko für Hauttumore

Etwa 250.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich – und die Tendenz ist steigend. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) ist das eine alarmierende Entwicklung. Da das Hauptrisiko für diese Tumoren die Sonnenexposition ist, warnen Expert:innen der DGMKG vor zu viel UV-Strahlung – momentan in den Wintermonaten – vor allem vor künstlicher UV-Strahlung in Sonnenstudios. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die UV-Strahlung aus Solarien in die höchste Kategorie krebserregender Faktoren – damit sind Solarien ebenso krebserzeugend wie Tabak oder Asbest. Vor diesem Hintergrund raten DGMKG-Expert:innen dringend vor dem Besuch von Sonnenstudios ab. Wenn Tumoren im Kopf- und Halsbereich erstmal aufgetreten sind, lassen sie sich jedoch dank moderner Operationsverfahren und neuartiger, zielgerichteter Wirkstoffe oft sehr gut behandeln.

Häufigste Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich: Basalzell- und Plattenepithelkarzinom

Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich treten hierzulande vor allem in Form des Basalzellkarzinoms (BZK), einem Hauptkrebstyp, der sich mit perlweisen, haut- oder rosafarbenen Beulen zeigt, oder in Form des kutanen Plattenepithelkarzinoms (PEK) auf, bei dem sich häufig verhornte Knötchen auf der Haut zeigen. Auch das maligne Melanom /schwarzer Hautkrebs kommt recht häufig vor. Sehr selten tritt das Merkelzellkarzinom auf, bei dem die Tumoren in der Regel rötlich bis blauviolett gefärbt sind.

Behandlung von Hauttumoren im Hals-, Mund- und Kieferbereich erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Behandlung von Hauttumoren im Hals-, Mund- und Kieferbereich ist eine große medizinische Herausforderung, die nur interdisziplinär zu lösen ist: „Dermatologen, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg:innen, plastische Chirurg:innen, Onkolog:innen und Strahlenmediziner:innen arbeiten bei der Therapie Hand in Hand“, erklärt PD Dr. Dr. Jan D. Raguse, Experte der DGMKG. „Bei operablen Tumoren ist ein Eingriff das erste Mittel der Wahl. Dabei werden die betroffenen, erkrankten Hautstellen mit einer histographischen Kontrolle besonders exakt entfernt. Nach einer solchen Operation können Heilungsraten von weit über 95% erzielt werden.“ Für die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg:innen ist es bei den Operationen besonders zentral, die spätere Rekonstruktion des Gesichts im Hinterkopf zu haben. Im Gesicht – vor allem in sensiblen Zonen wie den Lidern oder der Nase – wenden die Spezialisten verschiedenste Transplantationsmöglichkeiten von Haut und Gewebe an, um den ästhetischen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden. „Unser Ziel ist es dabei natürlich, das Gesicht des Erkrankten bestmöglich wieder zu rekonstruieren“, betont Raguse, Chefarzt der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/ Plastische Operationen an der Fachklinik Hornheide. Bei den Operationen kommen modernste Methoden zum Einsatz, auch wenn der häufig dargestellte gezüchtete Hautersatz leider noch nicht im Alltag angekommen ist. Nicht nur bei den Operationstechniken, sondern auch bei der Entwicklung neuer Medikamente hat es in den vergangenen Jahren starke Fortschritte gegeben. „Die modernen, zielgerichteten Wirkstoffe kommen vor allem bei weit fortgeschrittenen, immer wieder auftretenden oder metastasierten Tumoren zum Einsatz“, so Raguse. Insbesondere der bösartige schwarze Hautkrebs kann so mittlerweile über Jahre oder sogar Jahrzehnte stabilisiert werden.

Sonnenexposition als Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebsarten im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich

Der Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebsarten im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich ist die langjährige, intensive Sonnenexposition. Diese wird in der Haut „gespeichert“ und mit einer Verzögerung von vielen Jahren oder auch Jahrzenten können dann schlimme Folgen – wie zum Beispiel Hautkrebs – auftreten. Besonders riskant ist dabei die Nutzung von Sonnenstudios mit künstlicher UV-Strahlung, die viele Deutsche auch in den kalten Wintermonaten gerne nutzen. Laut der Deutschen Krebshilfe erhöht die Nutzung von Solarien das Risiko an Hautkrebs zu erkranken jedoch nachweislich. So verdoppele sich beispielsweise für Personen, die bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig Solarien nutzen, das Risiko für schwarzen Hautkrebs. „Sonnenstudiobesuche sollten deshalb unbedingt reduziert werden“, sagt der DGMKG-Experte Raguse. Auch zu viel natürliche Sonnenstrahlung sei schädlich. Beim Sonnenbaden sollten deshalb immer eine Kopfbedeckung zum Einsatz kommen und Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor in ausreichender Menge genutzt werden.

Quelle: DGMKG

 

Bericht aus dem KURIER vom 24. Juni 2020

Ein neuer Immunevasionsmechanismus entdeckt

Einen neuen Signalweg, wie Hautkrebszellen sich dem Angriff des Immunsystems entziehen können, haben Mainzer Wissenschaftler um Dr. Toszka Bohn, Dr. Steffen Rapp und Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp entdeckt. Im Tiermodell und durch Analyse menschlicher Gewebeproben konnten sie dabei die maßgebliche Rolle eines bestimmten Proteins mit dem Namen ICER nachweisen und zeigen, dass bei Abwesenheit von ICER der Tumor langsamer wächst (1).

Im Laufe der Evolution hat das Immunsystem effektive Mechanismen entwickelt, um von „außen“ in den Körper eingedrungene Krankheitserreger zu erkennen und zu beseitigen, bevor diese einen erheblichen Schaden anrichten können. Jedoch drohen dem Körper auch Gefahren von „innen“, beispielsweise durch veränderte Zellen, aus denen sich letztlich ein Tumor entwickeln kann. Aber wie schaffen es diese entarteten Zellen einer Erkennung durch das Immunsystem zu entgehen? Einen solchen Vorgang bezeichnen Wissenschaftler als Immunevasionsmechanismus. Die Aufdeckung dieser Mechanismen ist für die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Ansätze in der Krebstherapie essentiell.

„In unserer Publikation konnten wir einen bisher unbekannten, von schwarzem Hautkrebs (Melanom) genutzten Immunevasionsmechanismus aufdecken“, erläutert Dr. Toszka Bohn, Wissenschaftlerin am Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz. Krebszellen sind u.a. durch ein sehr schnelles Wachstum gekennzeichnet. Hierfür benötigen die Tumorzellen viel Energie, die sie durch einen hohen Stoffwechselumsatz gewinnen. „Wir konnten zeigen, dass vor allem Melanome eine sehr hohe Stoffwechselrate besitzen, wodurch es zu einer starken Ansäuerung der Tumorumgebung kommt“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp, Co-Autor und Sprecher des Forschungszentrums für Immuntherapie (FZI). Dieses saure Mikromilieu des Tumors wiederum führt dazu, dass sich Makrophagen, die in den Tumor eingewandert sind, zu einem spezifischen Subtyp anti-inflammatorischer Makrophagen, den M2-Makrophagen, entwickeln.

Normalerweise beteiligen sich M2-Makrophagen an Wundheilungsprozessen und am Wiederaufbau verletzten Gewebes. Diese Eigenschaften kommen jetzt jedoch dem Tumor zugute, wodurch dieser weiter wachsen kann. Durch genauere Analyse des Mechanismus konnten die Forscher zeigen, dass an der Makrophagen-Entwicklung hin zum M2-Subtyp ein bestimmtes Protein, der „inducible cAMP early repressor“ (ICER), maßgeblich beteiligt ist. „Im Tiermodell konnten wir weiter nachweisen, dass sich die Immunantwort auf Tumoren verbessert bzw. das Wachstum von Krebs verlangsamt, wenn wir ICER eliminieren oder den dazugehörigen Signalweg unterbrechen“, sagt Bohn. „Parallele Untersuchungen an menschlichen Gewebeproben unterstreichen dabei die klinische Relevanz unserer Erkenntnisse.“

Das Protein ICER, an dem die Mainzer Wissenschaftler forschen, steht im Mittelpunkt eines von 18 Teilprojekten des in diesem Jahr gestarteten neuen SFB 1292 „Gezielte Beeinflussung von konvergierenden Mechanismen ineffizienter Immunität bei Tumorerkrankungen und chronischen Infektionen“. „Der in dieser Arbeit identifizierte Mechanismus liefert neue Erkenntnisse hinsichtlich der Behinderung des Immunsystems bei der Bekämpfung von Tumoren und bietet so eine Basis zur Entwicklung neuer Therapieansätze“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, Sprecher des SFB 1292. Ziel des SFB ist es aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen neue personalisierte Immuntherapien für die Behandlung sowohl von Tumoren als auch von chronischen Infektionen zu entwickeln.

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Literatur: (1) Bohn T, Rapp S, Luther N et al.
Tumor immunoevasion via acidosis-dependent induction of regulatory tumor-associated macrophages.
Nature Immunology, Advance Online Publication (AOP)

Mai - internationales Monat gegen das Melanom

Das beste Mittel gegen Sonnenbrand: lassen Sie es nicht so weit kommen. Das können Sie tun, wenn es trotzdem passiert.
Halten wir uns zu lange in der Sonne auf, entwickelt sich auf unserer Haut eine entzündliche Verbrennungsreaktion – der Sonnenbrand! Sie wird umso stärker, je länger wir uns unter der prallen Sonne aufhalten und je intensiver die Sonneneinstrahlung war.
Wie merkt man, dass man einen Sonnenbrand hat?
Bei einem Sonnenbrand entzündet sich die Haut. Die betroffenen Stellen sind gerötet, jucken schmerzen und fühlen sich heiß an. Bei schweren Sonnenbränden kommt es zusätzlich zu Bläschenbildung, die Haut löst sich ab. Auch Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können auftreten.
Sonnenbrände sind gefährlich. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.
Bemerkt man einen Sonnenbrand sind folgende Regeln unbedingt einzuhalten:
Gehen Sie sofort aus der Sonne und bleiben Sie im Schatten! Wenn Sie auf "Nummer-Sicher" gehen wollen, ziehen Sie sich in kühle und lichtgeschützte Räume zurück. UV Licht wird reflektiert: auch im Schatten kann sich der Sonnenbrand verschlimmern.
Mit einem Sonnenbrand sollten Sie nicht mehr in die Sonne gehen.
Trinken Sie viel! Allerdings keinen Alkohol. Geeignet sind zum Beispiel Wasser oder abgekühlte Kräuter- oder Früchtetees.
Vermeiden Sie unnötige körperliche Aktivität!
Meiden Sie die Sonne, bis der Sonnenbrand vollständig abgeklungen ist.
Verzichten Sie auf zu eng anliegende Kleidung! Lockere, helle Baumwollkleidung empfiehlt sich stattdessen nach einem Sonnenbrand.
Bei schwerwiegenderen Symptomen wie stark geröteter Haut, flächiger Ablösung der Haut, starken Schmerzen, Übelkeit, Blasenbildung oder Fieber und Kopfschmerzen sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen! Besonders wenn große Hautareale betroffen sind.
Bei Säuglingen und Kindern kann ein Sonnenbrand gefährlich werden. Vor allem bei schwerem und großflächigem Sonnenbrand sollte ein Arzt aufgesucht werden!
Beachten Sie, dass die Haut auch nach Abklingen der Rötung noch einige Zeit empfindlich bleibt. Achten Sie daher besonders darauf Ihre Haut künftig vor einem Sonnenbrand zu bewahren.
 
Die besten Hausmittel gegen Sonnenbrand
Hausmittel sollten nur bei leichten Sonnenbränden angewandt werden. Bei stärkeren Verbrennungen ist ein Arztbesuch ratsam. Folgende Hausmittel können bei Sonnenbrand helfen:
Da es sich bei einem Sonnenbrand um eine Verbrennung handelt, sollte dieser auch wie eine behandelt werden. Linderung verschaffen daher kühle Umschläge. Tauchen Sie dazu ein Baumwoll- oder Leintuch in kaltes Wasser und drücken Sie dieses leicht aus, bevor Sie es auf die verbrannte Hautstelle auflegen. Statt in Wasser können Sie das Leintuch auch in kalten Schwarz- oder Kamillentee tauchen.
Da der Sonnenbrand auch eine Entzündung der Haut ist, empfiehlt sich die Verwendung von Vitamin C. Dazu können Sie frisch gepressten Zitronensaft mit eiskaltem Wasser vermischen und die betroffene Hautstelle damit abspülen. Die Wirkung basiert auf dem im Zitronensaft enthaltenen Vitamin C.
Ein altes Hausmittel gegen Sonnenbrand ist der Gebrauch eines Gemisches aus Topfen und Buttermilch. Aufgetragen auf ein in kaltes Wasser getränktes Baumwoll- oder Leintuch soll daher Abhilfe gegen die Verbrennung verschaffen. Legen Sie dieses für circa eine halbe Stunde auf die verbrannte Stelle auf. Auch reine Topfenwickel beschleunigen den Heilungsprozess.
Cremes oder Salben mit Extrakten aus Kamille oder mit Aloe-Vera beschleunigen den Heilungsprozess.
Bei Schmerzen kann die Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen helfen. Greifen Sie zu dem Schmerzmittel, das sie üblicher Weise gut vertragen.
Denken Sie daran, dass bestimmte Medikamente wie Antibiotika oder Johanneskraut-Präparate die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Ihr Hausarzt kann Ihnen diesbezüglich fundierte Informationen geben!
 
Autoren:
Helga Quirgst MSc
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Axel Beer (2014), Silke Brenner (2020)
Aktualisiert am: 05.05.2020

B-Lymphozyen sind entscheidend für eine erfolgreiche Immuntherapie!

Wien (OTS) - Die Krebsforschung konzentrierte sich bisher auf die T-Lymphozyten, wenn es um die Weiterentwicklung von modernen Immuntherapien geht. Jetzt konnte ein ForscherInnenteam um die Dermatologen Johannes Griss und Stephan Wagner von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien zeigen, dass auch spezielle Subtypen von dieser B-Zellen eine essentielle Rolle in der Immunantwort gegen das Melanom spielen. Dieses Resultat könnte zur Entwicklung deutlich verbesserter Immuntherapien beitragen. Die Studie wird im Topjournal Nature Communications publiziert.

 

In der Bekämpfung von Krebs liegt der Fokus seit einigen Jahren in der Entwicklung neuer immuntherapeutischer Verfahren, um körpereigene Abwehrstoffe zu nutzen. Dabei kommt den T-Lymphozyten eine wichtige Funktion zu, weil sie Tumorzellen erkennen und zerstören können. Die wissenschaftliche Forschung setzte daher maßgeblich bei der Aktivierung von T-Lymphozyten unter Immuntherapie an. Trotz großer Fortschritte in diesem Feld schlagen die gängigen Therapien nur bei weniger als der Hälfte aller PatientInnen dauerhaft an.

Der Erfolg moderner Immuntherapien hängt essentiell vom Grad der Entzündung im Tumor ab. Einem ForscherInnenteam um den Dermatologen und Bioinformatiker Johannes Griss und der Gruppe um den Dermatologen Stephan Wagner von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien gelang nun in Kooperation mit dem EMBL-European Bioinformatics Institute ein entscheidender Nachweis: spezifische Subtypen von B-Lymphozyten regulieren die Rekrutierung und Aktivierung u.a. von T-Lymphozyten im Melanom. Darüber können sie Immunantworten gegen Melanomzellen unterstützen und den Erfolg von Immuntherapien erheblich steigern.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Präsenz dieser B-Zell-Subtypen im Tumorgewebe schon vor Therapie ein Ansprechen und verbessertes Überleben von MelanompatientInnen unter Immuntherapie vorhersagen können“ sagt Studien-Erstautor Johannes Griss. Ohne B- Lymphozyten hingegen verlieren moderne Immuntherapien an Wirksamkeit. „Mit Hilfe dieser Daten können wir nun eine Gruppe von Patienten identifizieren, die besonders von Immuntherapien profitieren könnte. Unsere Ergebnisse bilden auch die Grundlage zur Entwicklung von immuntherapeutischen Ansätzen, die diese speziellen B-Zell Subtypen nicht nur schonen, sondern sogar aktivieren können“ ergänzt Letztautor Stephan Wagner.

Die Arbeit wurde unterstützt durch den FWF-der Wissenschaftsfonds (P31127-B28), das European Research Council (ERC), das National Institute of Health und durch die Dr. Miriam and Sheldon G. Adelson Medical Research Foundation.

Service: Nature Communications

B cells sustain inflammation and predict response to immune checkpoint blockade in human melanoma. Johannes Griss, Wolfgang Bauer, Christine Wagner, Martin Simon, Minyi Chen, Katharina Grabmeier-Pfistershammer,3, Margarita Maurer-Granofszky, Florian Roka1, Thomas Penz, Christoph Bock, GaoZhang6, Meenhard Herlyn, Katharina Glatz, Heinz Läubli, Kirsten D. Mertz, Peter Petzelbauer, Thomas Wiesner, Markus Hartl, Winfried F. Pickl, Rajasekharan Somasundaram, Peter Steinberger, Stephan N. Wagner. DOI 10.1038/s41467-019-12160-2

Rückfragen & Kontakt:

Medizinische Universität Wien
Mag. Johannes Angerer
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +431 40160 - 11 503
Mobil: +43 664 800 16 11 503

Häufigkeit des malignen Melanomes wird noch weiter steigen

Hierzulande (Deutschland) steigen die Häufigkeits- und Sterberaten an schwarzem Hautkrebs noch immer an. Und auch für die nähere Zukunft ist kein veränderter Trend in Sicht.

Auch in den nächsten Jahren wird die Häufigkeit von Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, in Deutschland zunehmen. Das berichteten Wissenschaftler, die Registerdaten auswerteten, in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology.

Von 1999 bis 2012 stiegen demnach die altersstandardisierten Erkrankungsraten um mehr als die Hälfte auf 19,2 neue Fälle pro 100.000 Einwohner. Die altersstandardisierten Sterberaten blieben stabil, bei Betrachtung der Daten aus dem Saarländischen Krebsregister allein zeigte sich jedoch ein Anstieg der altersstandardisierten Sterberaten um das Dreifache bei Männern und um das Doppelte bei Frauen. Wurden die rohen Erkrankungs- und Sterberaten betrachtet, ergaben sich bei beiden deutliche Zunahmen. Die rohe Erkrankungs- oder Sterberate ergibt sich, wenn die Anzahl aller Neuerkrankungen bzw. Sterbefälle pro Jahr auf die Gesamtbevölkerung unabhängig vom Lebensalter oder anderen Faktoren bezogen wird.

Die Zunahmen der Häufigkeits- und Sterberaten führen die Forscher vor allem auf erhöhte Erkrankungsraten bei Personen ab 60 Jahren zurück. Da die Bevölkerung in Deutschland grundsätzlich älter wird und die Personen mittleren Lebensalters noch hohe Mengen an UV-Licht in der Kindheit und Jugend aufgenommen haben, sei auch künftig, bis zum Jahr 2030, mit weiteren Steigerungen insbesondere bei den über 60-Jährigen zu rechnen. Aber auch für die Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen erwarten die Wissenschaftler eine weitere Zunahme der Häufigkeit, während sich die Erkrankungsrate bei unter 40-Jährigen vermutlich stabilisieren werde.

Quelle:

Garbe C et al. Time trends in incidence and mortality of cutaneous melanoma in Germany. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. November 2018, https://doi.org/10.1111/jdv.15322