Sonnenstudiorisiko für Hauttumore

Etwa 250.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich – und die Tendenz ist steigend. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) ist das eine alarmierende Entwicklung. Da das Hauptrisiko für diese Tumoren die Sonnenexposition ist, warnen Expert:innen der DGMKG vor zu viel UV-Strahlung – momentan in den Wintermonaten – vor allem vor künstlicher UV-Strahlung in Sonnenstudios. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die UV-Strahlung aus Solarien in die höchste Kategorie krebserregender Faktoren – damit sind Solarien ebenso krebserzeugend wie Tabak oder Asbest. Vor diesem Hintergrund raten DGMKG-Expert:innen dringend vor dem Besuch von Sonnenstudios ab. Wenn Tumoren im Kopf- und Halsbereich erstmal aufgetreten sind, lassen sie sich jedoch dank moderner Operationsverfahren und neuartiger, zielgerichteter Wirkstoffe oft sehr gut behandeln.

Häufigste Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich: Basalzell- und Plattenepithelkarzinom

Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich treten hierzulande vor allem in Form des Basalzellkarzinoms (BZK), einem Hauptkrebstyp, der sich mit perlweisen, haut- oder rosafarbenen Beulen zeigt, oder in Form des kutanen Plattenepithelkarzinoms (PEK) auf, bei dem sich häufig verhornte Knötchen auf der Haut zeigen. Auch das maligne Melanom /schwarzer Hautkrebs kommt recht häufig vor. Sehr selten tritt das Merkelzellkarzinom auf, bei dem die Tumoren in der Regel rötlich bis blauviolett gefärbt sind.

Behandlung von Hauttumoren im Hals-, Mund- und Kieferbereich erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Behandlung von Hauttumoren im Hals-, Mund- und Kieferbereich ist eine große medizinische Herausforderung, die nur interdisziplinär zu lösen ist: „Dermatologen, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg:innen, plastische Chirurg:innen, Onkolog:innen und Strahlenmediziner:innen arbeiten bei der Therapie Hand in Hand“, erklärt PD Dr. Dr. Jan D. Raguse, Experte der DGMKG. „Bei operablen Tumoren ist ein Eingriff das erste Mittel der Wahl. Dabei werden die betroffenen, erkrankten Hautstellen mit einer histographischen Kontrolle besonders exakt entfernt. Nach einer solchen Operation können Heilungsraten von weit über 95% erzielt werden.“ Für die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg:innen ist es bei den Operationen besonders zentral, die spätere Rekonstruktion des Gesichts im Hinterkopf zu haben. Im Gesicht – vor allem in sensiblen Zonen wie den Lidern oder der Nase – wenden die Spezialisten verschiedenste Transplantationsmöglichkeiten von Haut und Gewebe an, um den ästhetischen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden. „Unser Ziel ist es dabei natürlich, das Gesicht des Erkrankten bestmöglich wieder zu rekonstruieren“, betont Raguse, Chefarzt der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/ Plastische Operationen an der Fachklinik Hornheide. Bei den Operationen kommen modernste Methoden zum Einsatz, auch wenn der häufig dargestellte gezüchtete Hautersatz leider noch nicht im Alltag angekommen ist. Nicht nur bei den Operationstechniken, sondern auch bei der Entwicklung neuer Medikamente hat es in den vergangenen Jahren starke Fortschritte gegeben. „Die modernen, zielgerichteten Wirkstoffe kommen vor allem bei weit fortgeschrittenen, immer wieder auftretenden oder metastasierten Tumoren zum Einsatz“, so Raguse. Insbesondere der bösartige schwarze Hautkrebs kann so mittlerweile über Jahre oder sogar Jahrzehnte stabilisiert werden.

Sonnenexposition als Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebsarten im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich

Der Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebsarten im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich ist die langjährige, intensive Sonnenexposition. Diese wird in der Haut „gespeichert“ und mit einer Verzögerung von vielen Jahren oder auch Jahrzenten können dann schlimme Folgen – wie zum Beispiel Hautkrebs – auftreten. Besonders riskant ist dabei die Nutzung von Sonnenstudios mit künstlicher UV-Strahlung, die viele Deutsche auch in den kalten Wintermonaten gerne nutzen. Laut der Deutschen Krebshilfe erhöht die Nutzung von Solarien das Risiko an Hautkrebs zu erkranken jedoch nachweislich. So verdoppele sich beispielsweise für Personen, die bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig Solarien nutzen, das Risiko für schwarzen Hautkrebs. „Sonnenstudiobesuche sollten deshalb unbedingt reduziert werden“, sagt der DGMKG-Experte Raguse. Auch zu viel natürliche Sonnenstrahlung sei schädlich. Beim Sonnenbaden sollten deshalb immer eine Kopfbedeckung zum Einsatz kommen und Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor in ausreichender Menge genutzt werden.

Quelle: DGMKG

 

Bericht aus dem KURIER vom 24. Juni 2020

Ein neuer Immunevasionsmechanismus entdeckt

Einen neuen Signalweg, wie Hautkrebszellen sich dem Angriff des Immunsystems entziehen können, haben Mainzer Wissenschaftler um Dr. Toszka Bohn, Dr. Steffen Rapp und Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp entdeckt. Im Tiermodell und durch Analyse menschlicher Gewebeproben konnten sie dabei die maßgebliche Rolle eines bestimmten Proteins mit dem Namen ICER nachweisen und zeigen, dass bei Abwesenheit von ICER der Tumor langsamer wächst (1).

Im Laufe der Evolution hat das Immunsystem effektive Mechanismen entwickelt, um von „außen“ in den Körper eingedrungene Krankheitserreger zu erkennen und zu beseitigen, bevor diese einen erheblichen Schaden anrichten können. Jedoch drohen dem Körper auch Gefahren von „innen“, beispielsweise durch veränderte Zellen, aus denen sich letztlich ein Tumor entwickeln kann. Aber wie schaffen es diese entarteten Zellen einer Erkennung durch das Immunsystem zu entgehen? Einen solchen Vorgang bezeichnen Wissenschaftler als Immunevasionsmechanismus. Die Aufdeckung dieser Mechanismen ist für die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Ansätze in der Krebstherapie essentiell.

„In unserer Publikation konnten wir einen bisher unbekannten, von schwarzem Hautkrebs (Melanom) genutzten Immunevasionsmechanismus aufdecken“, erläutert Dr. Toszka Bohn, Wissenschaftlerin am Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz. Krebszellen sind u.a. durch ein sehr schnelles Wachstum gekennzeichnet. Hierfür benötigen die Tumorzellen viel Energie, die sie durch einen hohen Stoffwechselumsatz gewinnen. „Wir konnten zeigen, dass vor allem Melanome eine sehr hohe Stoffwechselrate besitzen, wodurch es zu einer starken Ansäuerung der Tumorumgebung kommt“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp, Co-Autor und Sprecher des Forschungszentrums für Immuntherapie (FZI). Dieses saure Mikromilieu des Tumors wiederum führt dazu, dass sich Makrophagen, die in den Tumor eingewandert sind, zu einem spezifischen Subtyp anti-inflammatorischer Makrophagen, den M2-Makrophagen, entwickeln.

Normalerweise beteiligen sich M2-Makrophagen an Wundheilungsprozessen und am Wiederaufbau verletzten Gewebes. Diese Eigenschaften kommen jetzt jedoch dem Tumor zugute, wodurch dieser weiter wachsen kann. Durch genauere Analyse des Mechanismus konnten die Forscher zeigen, dass an der Makrophagen-Entwicklung hin zum M2-Subtyp ein bestimmtes Protein, der „inducible cAMP early repressor“ (ICER), maßgeblich beteiligt ist. „Im Tiermodell konnten wir weiter nachweisen, dass sich die Immunantwort auf Tumoren verbessert bzw. das Wachstum von Krebs verlangsamt, wenn wir ICER eliminieren oder den dazugehörigen Signalweg unterbrechen“, sagt Bohn. „Parallele Untersuchungen an menschlichen Gewebeproben unterstreichen dabei die klinische Relevanz unserer Erkenntnisse.“

Das Protein ICER, an dem die Mainzer Wissenschaftler forschen, steht im Mittelpunkt eines von 18 Teilprojekten des in diesem Jahr gestarteten neuen SFB 1292 „Gezielte Beeinflussung von konvergierenden Mechanismen ineffizienter Immunität bei Tumorerkrankungen und chronischen Infektionen“. „Der in dieser Arbeit identifizierte Mechanismus liefert neue Erkenntnisse hinsichtlich der Behinderung des Immunsystems bei der Bekämpfung von Tumoren und bietet so eine Basis zur Entwicklung neuer Therapieansätze“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, Sprecher des SFB 1292. Ziel des SFB ist es aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen neue personalisierte Immuntherapien für die Behandlung sowohl von Tumoren als auch von chronischen Infektionen zu entwickeln.

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Literatur: (1) Bohn T, Rapp S, Luther N et al.
Tumor immunoevasion via acidosis-dependent induction of regulatory tumor-associated macrophages.
Nature Immunology, Advance Online Publication (AOP)

Mai - internationales Monat gegen das Melanom

Das beste Mittel gegen Sonnenbrand: lassen Sie es nicht so weit kommen. Das können Sie tun, wenn es trotzdem passiert.
Halten wir uns zu lange in der Sonne auf, entwickelt sich auf unserer Haut eine entzündliche Verbrennungsreaktion – der Sonnenbrand! Sie wird umso stärker, je länger wir uns unter der prallen Sonne aufhalten und je intensiver die Sonneneinstrahlung war.
Wie merkt man, dass man einen Sonnenbrand hat?
Bei einem Sonnenbrand entzündet sich die Haut. Die betroffenen Stellen sind gerötet, jucken schmerzen und fühlen sich heiß an. Bei schweren Sonnenbränden kommt es zusätzlich zu Bläschenbildung, die Haut löst sich ab. Auch Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können auftreten.
Sonnenbrände sind gefährlich. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.
Bemerkt man einen Sonnenbrand sind folgende Regeln unbedingt einzuhalten:
Gehen Sie sofort aus der Sonne und bleiben Sie im Schatten! Wenn Sie auf "Nummer-Sicher" gehen wollen, ziehen Sie sich in kühle und lichtgeschützte Räume zurück. UV Licht wird reflektiert: auch im Schatten kann sich der Sonnenbrand verschlimmern.
Mit einem Sonnenbrand sollten Sie nicht mehr in die Sonne gehen.
Trinken Sie viel! Allerdings keinen Alkohol. Geeignet sind zum Beispiel Wasser oder abgekühlte Kräuter- oder Früchtetees.
Vermeiden Sie unnötige körperliche Aktivität!
Meiden Sie die Sonne, bis der Sonnenbrand vollständig abgeklungen ist.
Verzichten Sie auf zu eng anliegende Kleidung! Lockere, helle Baumwollkleidung empfiehlt sich stattdessen nach einem Sonnenbrand.
Bei schwerwiegenderen Symptomen wie stark geröteter Haut, flächiger Ablösung der Haut, starken Schmerzen, Übelkeit, Blasenbildung oder Fieber und Kopfschmerzen sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen! Besonders wenn große Hautareale betroffen sind.
Bei Säuglingen und Kindern kann ein Sonnenbrand gefährlich werden. Vor allem bei schwerem und großflächigem Sonnenbrand sollte ein Arzt aufgesucht werden!
Beachten Sie, dass die Haut auch nach Abklingen der Rötung noch einige Zeit empfindlich bleibt. Achten Sie daher besonders darauf Ihre Haut künftig vor einem Sonnenbrand zu bewahren.
 
Die besten Hausmittel gegen Sonnenbrand
Hausmittel sollten nur bei leichten Sonnenbränden angewandt werden. Bei stärkeren Verbrennungen ist ein Arztbesuch ratsam. Folgende Hausmittel können bei Sonnenbrand helfen:
Da es sich bei einem Sonnenbrand um eine Verbrennung handelt, sollte dieser auch wie eine behandelt werden. Linderung verschaffen daher kühle Umschläge. Tauchen Sie dazu ein Baumwoll- oder Leintuch in kaltes Wasser und drücken Sie dieses leicht aus, bevor Sie es auf die verbrannte Hautstelle auflegen. Statt in Wasser können Sie das Leintuch auch in kalten Schwarz- oder Kamillentee tauchen.
Da der Sonnenbrand auch eine Entzündung der Haut ist, empfiehlt sich die Verwendung von Vitamin C. Dazu können Sie frisch gepressten Zitronensaft mit eiskaltem Wasser vermischen und die betroffene Hautstelle damit abspülen. Die Wirkung basiert auf dem im Zitronensaft enthaltenen Vitamin C.
Ein altes Hausmittel gegen Sonnenbrand ist der Gebrauch eines Gemisches aus Topfen und Buttermilch. Aufgetragen auf ein in kaltes Wasser getränktes Baumwoll- oder Leintuch soll daher Abhilfe gegen die Verbrennung verschaffen. Legen Sie dieses für circa eine halbe Stunde auf die verbrannte Stelle auf. Auch reine Topfenwickel beschleunigen den Heilungsprozess.
Cremes oder Salben mit Extrakten aus Kamille oder mit Aloe-Vera beschleunigen den Heilungsprozess.
Bei Schmerzen kann die Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen helfen. Greifen Sie zu dem Schmerzmittel, das sie üblicher Weise gut vertragen.
Denken Sie daran, dass bestimmte Medikamente wie Antibiotika oder Johanneskraut-Präparate die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Ihr Hausarzt kann Ihnen diesbezüglich fundierte Informationen geben!
 
Autoren:
Helga Quirgst MSc
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Axel Beer (2014), Silke Brenner (2020)
Aktualisiert am: 05.05.2020

B-Lymphozyen sind entscheidend für eine erfolgreiche Immuntherapie!

Wien (OTS) - Die Krebsforschung konzentrierte sich bisher auf die T-Lymphozyten, wenn es um die Weiterentwicklung von modernen Immuntherapien geht. Jetzt konnte ein ForscherInnenteam um die Dermatologen Johannes Griss und Stephan Wagner von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien zeigen, dass auch spezielle Subtypen von dieser B-Zellen eine essentielle Rolle in der Immunantwort gegen das Melanom spielen. Dieses Resultat könnte zur Entwicklung deutlich verbesserter Immuntherapien beitragen. Die Studie wird im Topjournal Nature Communications publiziert.

 

In der Bekämpfung von Krebs liegt der Fokus seit einigen Jahren in der Entwicklung neuer immuntherapeutischer Verfahren, um körpereigene Abwehrstoffe zu nutzen. Dabei kommt den T-Lymphozyten eine wichtige Funktion zu, weil sie Tumorzellen erkennen und zerstören können. Die wissenschaftliche Forschung setzte daher maßgeblich bei der Aktivierung von T-Lymphozyten unter Immuntherapie an. Trotz großer Fortschritte in diesem Feld schlagen die gängigen Therapien nur bei weniger als der Hälfte aller PatientInnen dauerhaft an.

Der Erfolg moderner Immuntherapien hängt essentiell vom Grad der Entzündung im Tumor ab. Einem ForscherInnenteam um den Dermatologen und Bioinformatiker Johannes Griss und der Gruppe um den Dermatologen Stephan Wagner von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien gelang nun in Kooperation mit dem EMBL-European Bioinformatics Institute ein entscheidender Nachweis: spezifische Subtypen von B-Lymphozyten regulieren die Rekrutierung und Aktivierung u.a. von T-Lymphozyten im Melanom. Darüber können sie Immunantworten gegen Melanomzellen unterstützen und den Erfolg von Immuntherapien erheblich steigern.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Präsenz dieser B-Zell-Subtypen im Tumorgewebe schon vor Therapie ein Ansprechen und verbessertes Überleben von MelanompatientInnen unter Immuntherapie vorhersagen können“ sagt Studien-Erstautor Johannes Griss. Ohne B- Lymphozyten hingegen verlieren moderne Immuntherapien an Wirksamkeit. „Mit Hilfe dieser Daten können wir nun eine Gruppe von Patienten identifizieren, die besonders von Immuntherapien profitieren könnte. Unsere Ergebnisse bilden auch die Grundlage zur Entwicklung von immuntherapeutischen Ansätzen, die diese speziellen B-Zell Subtypen nicht nur schonen, sondern sogar aktivieren können“ ergänzt Letztautor Stephan Wagner.

Die Arbeit wurde unterstützt durch den FWF-der Wissenschaftsfonds (P31127-B28), das European Research Council (ERC), das National Institute of Health und durch die Dr. Miriam and Sheldon G. Adelson Medical Research Foundation.

Service: Nature Communications

B cells sustain inflammation and predict response to immune checkpoint blockade in human melanoma. Johannes Griss, Wolfgang Bauer, Christine Wagner, Martin Simon, Minyi Chen, Katharina Grabmeier-Pfistershammer,3, Margarita Maurer-Granofszky, Florian Roka1, Thomas Penz, Christoph Bock, GaoZhang6, Meenhard Herlyn, Katharina Glatz, Heinz Läubli, Kirsten D. Mertz, Peter Petzelbauer, Thomas Wiesner, Markus Hartl, Winfried F. Pickl, Rajasekharan Somasundaram, Peter Steinberger, Stephan N. Wagner. DOI 10.1038/s41467-019-12160-2

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Mag. Johannes Angerer
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Häufigkeit des malignen Melanomes wird noch weiter steigen

Hierzulande (Deutschland) steigen die Häufigkeits- und Sterberaten an schwarzem Hautkrebs noch immer an. Und auch für die nähere Zukunft ist kein veränderter Trend in Sicht.

Auch in den nächsten Jahren wird die Häufigkeit von Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, in Deutschland zunehmen. Das berichteten Wissenschaftler, die Registerdaten auswerteten, in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology.

Von 1999 bis 2012 stiegen demnach die altersstandardisierten Erkrankungsraten um mehr als die Hälfte auf 19,2 neue Fälle pro 100.000 Einwohner. Die altersstandardisierten Sterberaten blieben stabil, bei Betrachtung der Daten aus dem Saarländischen Krebsregister allein zeigte sich jedoch ein Anstieg der altersstandardisierten Sterberaten um das Dreifache bei Männern und um das Doppelte bei Frauen. Wurden die rohen Erkrankungs- und Sterberaten betrachtet, ergaben sich bei beiden deutliche Zunahmen. Die rohe Erkrankungs- oder Sterberate ergibt sich, wenn die Anzahl aller Neuerkrankungen bzw. Sterbefälle pro Jahr auf die Gesamtbevölkerung unabhängig vom Lebensalter oder anderen Faktoren bezogen wird.

Die Zunahmen der Häufigkeits- und Sterberaten führen die Forscher vor allem auf erhöhte Erkrankungsraten bei Personen ab 60 Jahren zurück. Da die Bevölkerung in Deutschland grundsätzlich älter wird und die Personen mittleren Lebensalters noch hohe Mengen an UV-Licht in der Kindheit und Jugend aufgenommen haben, sei auch künftig, bis zum Jahr 2030, mit weiteren Steigerungen insbesondere bei den über 60-Jährigen zu rechnen. Aber auch für die Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen erwarten die Wissenschaftler eine weitere Zunahme der Häufigkeit, während sich die Erkrankungsrate bei unter 40-Jährigen vermutlich stabilisieren werde.

Quelle:

Garbe C et al. Time trends in incidence and mortality of cutaneous melanoma in Germany. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. November 2018, https://doi.org/10.1111/jdv.15322